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In derKirche wurde eine Einladung ausgesprochen, in einer Nachbarpfarre die Ausstellung eines Osttiroler Schnitzers zu besuxhen. Da ich ohnehin vorhatte, nach Ansfelden zu fahren, um den Pfarrhof mit den blühenden Magnolienbäumen zu fotografieren, nahm ich mir auch für die Ausstellung Zeit. Um ehrlich zu sein, ich war enttäuscht. Sicher, schöne Arbeiten, aber aus dem Katalog. zum Großteil von einer Maschine "geschnitzt".

Nur ein unfertiges Werk faszinierte mich. Christus, sein Bildnis grob behauen, begonnen. Vieles war nur zu erahnen. Das persönliche Empfinden, die eigene Vorstellungskraft war notwendig, um den leidenden Christus zu spüren, zu erleben. Manches war aber schon grundgelegt.

Noch lange Zeit nach der Ausstellung beschäftigte mich diese Bild.
Gott unfertig. Dauernd in Fluß, in Bewegung. Von mir fertig zu gestalten? Sicher nicht! Gott ist fertig! GOTT IST!

Aber mein Bild von Gott, von Jesus Christus ist dauernd Änderungen unterworfen. Einmal ist es klar, dann verschwommen. Es wird von der Beziehung zu ihm geprägt. Auch die verschiedensten alltäglichen Ereignisse beeinflussen das Bild, die Vorstellung, die ich mir mache. Viel mehr aber noch prägen die tiefen, einschneidenden Erlebnisse, Krisen, Sorgen, Glück, Erfahrungen, Leid und Tod mein unfertiges Gottesbild. Eine dauernde Orientierung, Vertiefung ist notwendig.

Vielleicht ist es gut, daß der Künstler diese Bild unfertig dem Betrachter anbietet und so Raum gibt, Platz macht für den eigenen Glauben.

Auch ich werde daran gehen müssen, zu gestalten, zu schnitzen, zu formen und zu prägen, nicht um
Gott zu gestalten, sondern um ihn zu erfahren, ihm näherzukommen.

Es wird kein Werk von Wochen oder Monaten sein, sondern das Werk meines ganzen Lebens.

(Peter Feichtinger)
 
Kontakt-Email: cs@b-g-s.at
 
hochgeladen von:
GICA
am: 11.06.2009
um: 21:05:42
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Der unfertige Gott
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