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Vergelt's Gott!


GOTTESRADIO FÜR DEN GANZEN ERDKREIS
Von Ingo Langner

Radio Horeb ist ein Lebensgefühl – Das neue Medienhaus in Balderschwang wurde feierlich eingeweiht
Der Stammsitz von Radio Horeb in Balderschwang ist sehr weit abgelegen. Diesen Satz hörte man am vergangenen Wochenende oft. Fragt sich nur, abgelegen wovon? Abgelegen von den Herzen der Menschen kann es jedenfalls nicht sein. Denn am 25. Juli strömten 2 300 Radio Horeb-Hörer in das Allgäuhochtal, um in dem kleinen, von 240 Seelen bewohnten Bilderbuchdorf mit den steil ansteigenden grünen Matten, auf denen Tag und Nacht Almkühe glöckeln, den Festgottesdienst anlässlich der Altarweihe im neuen Radio Horeb-Studio mitzufeiern. Dessen Vorbereitung und Durchführung übrigens nicht nur in den Händen der Radiomacher allein lag. Ob freiwillige Feuerwehr oder Bergwacht, ob Kind, Mann oder Frau, für das große Ereignis packte das ganze Dorf tatkräftig mit an und zum Fest der Altarweihe, die am frühen Abend des 24. Juli stattfand, zeigten sich alle Dörfler in festtäglicher Tracht von ihrer schönsten Seite.

Als Radio Horeb vor dreizehn Jahren gegründet wurde – bezeichnenderweise in einem alten Balderschwanger Stall –, da konnte niemand ahnen, auf welch geistige Höhen der damals siebenunddreißigjährige Pfarrer Richard Kocher diesen ausschließlich spendenfinanzierten katholischen Hörfunksender einmal heben würde. 2,5 Millionen Euro pro Jahr kostet allein der laufende Betrieb, und für das neue Medienhaus mussten noch einmal 2,2 Millionen Euro zusätzlich aufgebracht werden. Doch wie Pfarrer Kocher auf der großen Einweihungsfeier sichtlich bewegt verkünden konnte, sind in nur zwei Jahren bereits 1,8 Millionen Euro gespendet worden. Die von der örtlichen Raiffeisenbank bewilligte Kreditlinie von 800 000 Euro braucht also nur zur Hälfte in Anspruch genommen werden. Das ist für das Zinsgeschäft einer Bank keine besonders erfreuliche Nachricht, für Radio Horeb und seine Hörer allerdings schon.

Doch wieso kommen weit mehr als zweitausend Menschen nach Balderschwang, um die digitale Neuaufstellung ihres Radiosenders persönlich mitzufeiern? Warum scheuen sich Hunderte nicht, dafür sogar weite Reisewege weit über Bayern hinaus in Kauf zu nehmen? Weshalb reist Bischof Andrew Francis sogar aus Pakistan an, um in der Kapelle des neuen, fast ganz aus Holz errichteten und mit Erdwärme klimatisierten Medienhauses auf 1 041,95 Höhenmeter über dem Meeresspiegel den Altar zu weihen und Ambo und Tabernakel zu segnen? Was ist das Geheimnis von Radio Horeb? Eine Antwort auf diese Frage ist diese: Radio Horeb ist nicht bloß ein Radiosender. Radio Horeb ist ein Lebensgefühl.

Wir haben an diesem Festtag in Balderschwang nur Hörer getroffen, deren Leben in einer Seinskrise durch Radio Horeb entscheidend zum Guten verändert worden ist. Wie vom biblischen Berg Horeb selbst, auf dem Mose die Gesetzestafeln des Alten Bundes empfing, geht auch von diesem Radioberg Gottes Wort aus und spendet Kraft, Mut und Glaubensstärke. Das Sendeschema orientiert sich am Stundengebet. Vom Rosenkranz morgens um sechs, über die Laudes um sieben, die Heilige Messe um Neun, die Sext und den Angelus in der Mittagsstunde, bis zur Vesper am frühen Abend und das Complet zur Nacht, wer Radio Horeb hört, findet sich eingespeist in jenen uralten katholischen Gebetskreislauf der die Priester der Römischen Kirche trägt, aber offenbar gerade in unserer durchsäkularisierten westlichen Welt auch für das geistliche Überleben der Laien heute so enorm wichtig ist.

Aber natürlich sendet Radio Horeb nicht nur Gebete. Zwischen den „Pulsschlägen“ hin zu Gott gibt es unterschiedliche Formate, von denen sich sagen lässt, es sind Wortbeiträge wie es sie in dieser Intensität, Qualität und inneren Ruhe bei anderen deutschen Radiosendern wohl nur noch in Ausnahmefällen und Mitternachtsnischen gibt. Die Moderatoren von Radio Horeb fordern keinen Interviewpartner auf, seine Botschaft „mal kurz“ in einer Minute und dreißig Sekunden „rüberzubringen“, weil schon der nächste Jingle, Werbeblock oder „aktuelle Hit“ in der Kulisse ungeduldig auf seinen Auftritt wartet. Hektik ist bei Radio Horeb verpönt. Nicht mediale Beschleunigung in einer ohnehin schon rasenden Zeit, sondern Entschleunigung ist hier das Gebot jeder einzelnen Sendestunde.

Die Devise „Tempo raus!“ ist für Pfarrer Kocher und sein Radioteam in einem beschaulichen kleinen Straßendorf im Oberallgäu naturgemäß leichter zu realisieren als in München, Köln, Leipzig oder gar in Berlin. Wer bereit ist, zumindest für einige Jahre seines Lebens seine Zelte in Balderschwang aufzuschlagen, wer sich in dieser kleinsten und höchstgelegenen Gemeinde Bayerns auch nach Feierabend noch wohl fühlt, der gehört schon per se nicht zu jenem Medientross der Hippen, Coolen und Zeitgeistgestylten, die im letzten Jahrzehnt die Funkhäuser überschwemmt haben und was kirchliche oder gar katholische Essentials angeht, nicht nur überaus säkular, sondern auch überaus ahnungslos sind.

Hätte Richard Kocher auf solche Menschen sein Haus gestellt, es wäre auf Sand gebaut gewesen und läge gewiss schon längst irgendwo unten im Tal und mit ihm der zerschmetterte Sender. Pfarrer Kocher hat nicht nur die Vision, ein Gottesradio für den ganzen Erdkreis zu schaffen – und auf diesem höchst anspruchsvollen Wege ist er mit der Digitalisierung von Radio Horeb nach dem neuesten Stand der Medientechnik einen gewaltigen Schritt vorangekommen –, Pfarrer Kocher ist auch ein Menschenfischer. Damit sind nicht nur die Hörer gemeint, von denen sich stündlich fünfzigtausend einschalten, sondern auch seine Mitarbeiter vor und hinter dem Mikrophon. Radio Horeb ist nämlich nicht nur ihr Beruf, es ist auch ihre Berufung. Ihr papstreuer „Spirit“ überzeugt. Nicht jeden. Aber immer mehr. Er überzeugt auch Bischof Andrew Francis, diesen charismatischen Apostel, der im muslimischen Pakistan schon vier ihm geltende Attentate überlebt hat und gleichwohl die Kinder der christenhassenden Taliban in seinen katholischen Schulen unterrichtet. Liebet eure Feinde! In Pakistan ist dieses Gebot des Herrn eine Frage auf Leben und Tod. Radio Horeb überzeugt auch Bischof Walter Mixa, der am aus Augsburg angereist kam, das Medienhaus segnete und bei dem Fest- und Dankgottesdienst für seine leidenschaftliche Predigt von der mehr als zweitausendköpfigen Horebgemeinde mit prasselndem Beifall bedacht wurde. Schulter an Schulter mit dem bedrängten Gottesmann aus Pakistan erinnerte Walter Mixa daran, dass weltweit jährlich rund 160 000 Christen verfolgt werden.

Auch deshalb tut ein Radio not, das Liebe statt Hass predigt und seinen gewichtigen Teil dazu beiträgt, den Gottesfrieden in die Herzen der Menschen einzupflanzen. Technisch gesehen ist Radio Horeb mit seinem neuen Medienhaus für die gewaltige Aufgabe exzellent gerüstet, und weil der täglich Lose ziehende Pfarrer Koche am Weihetag selbst mit 1. Könige (9.3.) die Worte zog: „Ich habe dein flehentliches Gebet, das du an mich gerichtet hast, gehört und dieses Haus, das du gebaut hast, geheiligt. Meinen Namen werden ich immer hierher legen, meine Augen und mein Herz werden allezeit hier weilen“, scheint Radio Horeb auch geistig für die kommenden großen Aufgaben gut gerüstet zu sein.
"Die Tagespost"
 
weiterführender Link: www.radiohorebfreunde.blogspot.com
Kontakt-Email: radiohorebfreunde@arcor.de
 
hochgeladen von:
Melanzani
am: 30.07.2009
um: 10:57:16
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