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Fünf deutsche Bistümer beginnen am Samstag mit „Dreißig Tage Gebet um Berufungen“ - und sind überrascht von der großen Resonanz. Von Anja Kordik / Die Tagespost.

Würzburg (kath.net/DT) Die Gemeinschaft der „Zisterzienserinnen von der Strengen Observanz“ (Trappistinnen) im Kloster Gethsemani in Dannenfels im Bistum Speyer will in der Zeit vom 3. Oktober bis 1. November in ihren Vigilien für das Anliegen christlicher Berufungen beten: Die Schwestern, in strenger Klausur lebend, stehen jede Nacht um drei Uhr zum gemeinsamen Gebet auf. Sie haben angekündigt, auf ihre – stille – Weise, die Gebetsinitiative „30 Tage Gebet um Berufungen“ der fünf Bistümer Freiburg, Fulda, Regensburg, Rottenburg-Stuttgart und Speyer unterstützen zu wollen.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart meldete sich unter anderem ein Mann aus einem Obdachlosenheim, er wolle 30 Tage lang jeden Morgen den Rosenkranz beten und dabei um Berufungen bitten.

Und im Bistum Regensburg war unter den zahlreichen Menschen, die ihre Teilnahme an der Initiative ankündigten, eine ältere Dame, die erklärte, täglich, in der Zeit zwischen fünf und sechs Uhr morgens, beten zu wollen.

Ministrantengruppen in den fünf Diözesen wollen das Gebetsanliegen in ihre Gruppenstunden aufnehmen.

30 Tage lang, vom 3. Oktober bis zum 1. November, dauert die Gebetsinitiative. Die Verantwortlichen in den Diözesen Freiburg, Fulda, Regensburg, Rottenburg-Stuttgart und Speyer erhoffen sich, dass es gelingen kann, in dieser Zeit eine ununterbrochene Gebetskette zu schaffen: in Gemeinden, Klöstern, vielleicht auch Verbänden, aber auch in kleinen Gebetskreisen zu Hause und durch zahlreiche private Beter. Dabei hat sich gezeigt, dass vor allem der Weg per E-mail – als schnelle Form der Vernetzung – sehr hilfreich ist.

Eine Initiative des seligen Dompropstes Lichtenberg

Anlass der Initiative ist das 75jährige Jubiläum des monatlichen Gebetstages um geistliche Berufe: Im Jahr 1934 wurde dieser Gebetstag erstmals vom damaligen Dompropst Bernhard Lichtenberg in der Berliner Hedwigskathedrale gefeiert, hat sich seither in der deutschen Kirche, aber auch weltweit fest etabliert.

Das Jubiläum des monatlichen Gebetstages bietet den fünf an der Initiative beteiligten Bistümern Gelegenheit, die Dringlichkeit christlicher Berufungen noch einmal neu ins Bewusstsein zu rufen. Es geht darum, Christen herauszufordern, für Berufungen zu beten – und sich dabei auch intensiv mit der eigenen, ganz persönlichen Berufung auseinander zu setzen.

Im Zentrum stehen nicht nur die Berufungen zum Priester- oder Ordensberuf; auch andere mögliche Berufungen – sei es zu einem Beruf in der Kirche, sei es auch die Berufung zu einer christlichen Ehe – sollen als je spezifische Berufungen hervorgehoben werden.

„Gerade die christliche Dimension einer Ehe ist ein Aspekt, den zum Beispiel Papst Johannes Paul II. immer wieder betont hat, und der uns auch sehr wichtig ist“, erklärt Pfarrer Volker Sehy, Beauftragter für Berufungspastoral im Bistum Speyer. „Manche Leute reagieren überrascht. Ich habe mich kürzlich mit einer Frau unterhalten, die sagte: ,Darüber habe ich noch nie nachgedacht, dass Ehe eine Berufung ist – aber wenn ich zu Hause bin, werde ich mit meinem Mann darüber sprechen!‘“ So war der Aufruf der fünf Bistümer zu dieser gemeinsamen Gebetsinitiative offenbar bereits im Vorfeld in vielen Gemeinden Anlass zu Gesprächen und zum Nachdenken auch über die eigene Berufung.
Wesentlich ist für die Verantwortlichen in den fünf Diözesen, die große Vielfalt möglicher Berufungen in der Kirche hervorzuheben.

Im Bistum Speyer will man, um dies deutlich zu machen, einen besonderen Akzent setzen durch eine feierlich gestaltete Gebetsvigil im Speyerer Dom: Zur Eröffnung der Initiative am 3. Oktober ziehen die Betenden in einer Lichterprozession vom Dominikanerinnenkloster St. Magdalena – einer der Wirkungsstätten Edith Steins – hinüber in den Dom.

Dort legen junge Menschen während der Vigil Zeugnis von ihrer persönlichen Berufung ab: ein Theologiestudent auf dem Weg zum Priesteramt, eine Gemeindereferentin und schließlich ein junges Ehepaar, das gerade sein erstes Kind bekommen hat.

Auch musikalisch wird die Vigil von Menschen aus dem Bistum Speyer gestaltet. „Wir haben zum Beispiel einen Seminaristen, der ausgezeichnet Gitarre spielt“, erzählt Volker Sehy. „Ein ständiger Diakon und seine Frau wollen zusammen singen – wir werden also sehr verschiedene auch musikalische Akzente zur Eröffnung der Gebetskette setzen, ergänzt durch die unterschiedlichen Wortzeugnisse.“ Den Abschluss des „30 Tage-Gebets“ bildet im Bistum Speyer ein festliches Pontifikalamt.

Erzbischof Robert Zollitsch wird im Erzbistum Freiburg in der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober – gemeinsam mit dem Domkapitel und zusammen mit Theologiestudenten – in der Kirche des Priesterseminars Collegium Borromaeum um geistliche Berufungen beten.

Im Bistum Rottenburg-Stuttgart lädt Bischof Gebhard Fürst am 20. Oktober zu einer Gebetszeit in den Dom zu Rottenburg ein – eingeladen sind das Domkapitel, die Hauptabteilungsleiter des Bischöflichen Ordinariats und die Kirchengemeinden der Stadt Rottenburg.

In allen beteiligten Bistümern zeigen sich die Verantwortlichen überrascht von der großen Resonanz. In Rottenburg-Stuttgart berichtet der Leiter der dortigen Diözesanstelle „Berufe der Kirche“, Michael Holl, es würden Anmeldungen auch aus anderen Diözesen – aus Bamberg, Hamburg und Wien – eingehen „von Menschen, die von dieser Initiative erfahren haben und sie unterstützen wollen. Sogar aus Amerika haben wir eine Rückmeldung“.

Wichtig sei, unterstreicht Pastoralreferent Holl, dass sich Menschen in ihrer Berufung zu einem entschiedenen Christsein ermutigt fühlen würden. „Und auf dieser Grundlage können Lebensentscheidungen getroffen werden: vielleicht für einen Priester- oder Ordensberuf oder für Ehe und Familie.“

Er zweifle nicht daran, dass Beten, 30 Tage lang, in einer ununterbrochenen Kette, in Gemeinden, Klöstern, auch zu Hause, eine Wirkung entfalte: „Meine persönliche Erfahrung ist: Beten stärkt das Vertrauen auf Gott! Wichtig ist, deutlich zu machen, dass Berufungen etwas sehr Wertvolles sind, dass deshalb in der Kirche um sie gebetet wird.“

Pfarreien legen Listen für gemeinsame Gebetszeiten aus

Auch in der Diözese Fulda werden zurzeit die Anmeldungen zur Gebetsinitiative gesammelt, erklärt Silvia Vey von der Diözesanstelle „Berufe der Kirche“. Soweit es sich überblicken ließe, würden sich in Fulda mehr Pfarrgemeinden und Ordensgemeinschaften als Einzelpersonen beteiligen. Es sei ein Flyer mit Informationen an die Pfarreien verschickt worden.

„Und in den Gemeinden werden dann jeweils vor Ort gemeinsame Gebetszeiten geplant“, so Silvia Vey. „Viele Pfarreien haben Listen in ihren Kirchen ausgelegt, damit sich die Gemeindemitglieder für einen bestimmten Tag im Monat Oktober eintragen können.“ Auch so entstehen Netzwerke des Gebets in den Kirchengemeinden.

In einer Zeit sinkender Zahlen in den Priesterseminaren, in einer Zeit allgemein spürbar geringerer Kirchenbindung, die unter anderem auch durch Kirchenaustritte ihren Ausdruck findet, in einer Zeit aber auch oft unbestimmter religiöser Suchbewegungen, möchten die fünf Diözesen daran erinnern, was es bedeutet, seiner Berufung zu folgen, die eigenen, von Gott geschenkten „Talente“ zu entdecken und zu entfalten. Dazu soll gerade die Erfahrung des gemeinschaftlichen Betens eine Stärkung sein.

Und so kann vielleicht die Initiative „30 Tage Gebet“ Impulse geben, um den Blick nach vorn zu richten und nicht nur den Mangel an Berufungen zu beklagen, sondern darüber nachzudenken, wie sich in Familien und Gemeinden eine Atmosphäre schaffen lässt, damit Berufungen wachsen können.

Auf den weit verbreiteten Eindruck einer allgemeinen Mangelsituation ging der Fuldaer Bischof Heinz-Josef Algermissen in einem kürzlich veröffentlichten „Wort des Bischofs“ ein: „Vielleicht haben wir uns zu sehr daran gewöhnt, dass wir bislang jedenfalls immer Priester hatten und viel zu wenig darauf geachtet, dass ja auch Priester werden müssen.“

Berufungen würden nicht vom Himmel fallen, machte der Bischof deutlich. Die wesentliche Frage sei, ob junge Menschen, die sich von Gott angesprochen fühlten, Verständnis, Unterstützung und Ermutigung finden würden. „Ob in den Gemeinden unseres Bistums Berufungen wachsen, sagt auch etwas über die geistliche Offenheit und Wachheit der Gemeinden aus.“


 
 
hochgeladen von:
tannenbaum38
am: 05.10.2009
um: 17:01:48
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