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Erhard Meier: Juan de la Cruz
(Johannes vom Kreuz. Jv+)
Die Kontemplation bei Jv+ ist das von innerster Liebes-Sehnsucht getriebene Hindurchschreiten durch Nacht, Nichts, Verzweiflung, Armut, Abgrund, auch durch irdische Freuden jedweder Art, kurz durch alles und nochmal alles, was dem Menschen irgend begegnen mag, denn alles das IST NOCH NICHT GOTT - und Gott ist das EIGENTLICHE des Menschen, seine letzte Erfüllung, sein Ziel, seine eigentliche Bestimmung.

Man muss wissen, dass dieser Weg der Seele mühsam erscheinen mag, es aber nicht ist: Das Vertrauen, dass Gott je auch jetzt bereits in ganzer Fülle in mir wohnt, ist die Demut, eigene Fähigkeiten und eigene Verdienste zurecht für gänzlich untauglich zu halten, um die Lebensfülle in Gott zu erfahren. GOTT ALLEIN - das ist eine der Kernaussagen bei Jv+ wie genauso bei der großen Meisterin der Kontemplation, Teresa von Avila. Indem der Mensch dieses vollzieht, wächst er ins Unendliche hinein über sich selbst hinaus, durch die Kraft Gottes, und kann lachen über den Irrtum, der Mensch könne aus sich heraus irgend etwas leisten. Er erkennt, dass alles und nochmal alles je und je vom Schöpfer her verstehbar ist, niemals ist etwas aus sich heraus etwas.

Wer diesen Weg beschreitet, den Jv+ aufzeigt, ist unendlich frei, ist befreit von sich selbst und von allem und jedem, ist frei in Gott selbst, der der Unumschränkte, Unbegrenzte ist. Darum konnte Augustinus sagen: Ama et fac quod vis - Liebe und tu was du willst. Jedoch gilkt dies jenseits jedweder Selbst-Täuschung, es gilt in der Verabgründung des eigenen Ich, das nichts und nochmal nichts ist - und dadurch eben IN GOTT das GANZE und ALLES.

Der Weg des Menschen mit Gott ist vorab der Weg Gottes mit dem Menschen. Der Mensch kommt zur Fülle allein in Gott, der weder schlicht ein anderer noch schlicht der Mensch ist, sondern etwas Ungeheuerliches, Unendliches, Durchlichtetes von unvorstellbarer und unbenennbarer Art.

Darin ist der Mensch frei und erfüllt mit Liebe, die er, da sie überbordend reich zuströmt, weitergeben kann, ja muss. Es ist das Erwachen des Gottessohnes in der innigsten Mitte der Seele, wie es der bedeutende Theologe Hans Urs von Balthasar schreibt. Das Heil einer solchen Seele ist dann auch zugleich das Heil aller Geschöpfe, weil es hier keine Geteiltheit mehr gibt. Das ist schwer zu verstehen, und dazu bedarf es der Meditation und Kontemplation, des Lesens der Texte, des Beschenkt-Werdens mit dem Licht Gottes selbst.

"O süßeste Liebe Gottes, kaum erkannte! Wer deine Herz-Ader schlagen fühlte, kam zur Ruhe!"

 
 
hochgeladen von:
maika moja
am: 14.12.2009
um: 15:44:10
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Johannes vom Kreuz (Juan de la Cruz)
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