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Rundbrief von Alan Ames, 26. März 2010

Derzeit ist die Kirche einem wütenden Angriff auf ihre Heiligkeit ausgesetzt, da eine Reihe sündhafter Vorfälle ins Rampenlicht gerückt werden, die innerhalb der Kirche geschehen sind. An erster Stelle müssen wir natürlich zugeben, dass es innerhalb der Kirche schrecklichen Missbrauch gab, mit dem man teilweise sehr schlecht umgegangen ist. Doch selbst wenn man nicht richtig damit umgegangen ist, lag es nie in der Absicht, weiteren Missbrauch zuzulassen. Die Kirche hat in einigen Fällen versucht, die Probleme intern zu lösen, statt Hilfe von außen zu suchen. Dies ist an sich nichts Schlechtes, nur war es leider eine schlechte Entscheidung, die schlimme Folgen nach sich zog. Diese Folgen lasten schwer auf die Missbrauchten, und es sollte alles getan werden, um den Betroffenen zu helfen.

Niemand sollte über die Intensität der Angriffe gegen die Kirche und Seine Heiligkeit, Papst Benedikt XVI., überrascht sein. Das war zu erwarten. Diejenigen, die der Kirche feindlich gegenüberstehen, werden stets jegliche Mittel dazu benutzen, um die Kirche möglichst zu zerstören. Heute ist es das zur Schau Stellen und Hochspielen von Missbrauchsvorwürfen, das als Waffe eingesetzt wird. Natürlich wird die Kirche durch diese Angriffe getroffen, doch wir dürfen nicht vergessen, dass die Kirche niemals überwunden werden wird. Was den Zeitpunkt dieser Angriffe betrifft, so ist es offensichtlich, dass manche versuchen, diese für die Christen heiligste Zeit zu stören und die Menschen davon abzuhalten, an den Feiern des Leidens des Todes und der Auferstehung unseres Herrn teilzunehmen.

Wenn wir die Ereignisse unvoreingenommen analysieren, ohne uns von den öffentlichen Angriffen beeinflussen zu lassen, drängt sich eine andere Sichtweise auf:

Der Papst hat natürlich versucht, weiteren Missbrauch zu unterbinden und den Opfern zu helfen durch seine Bitte um Entschuldigung, durch das Absetzen einiger Priester und Bischöfe und durch die Vorgabe der Null-Toleranz hinsichtlich dieser schändlichen Taten. Einige Personen reagieren darauf, indem sie den Papst durch eine Verdrehung der Tatsachen angreifen.

Ein Beispiel ist der Priester, der traurigerweise taube Kinder in den USA missbrauchte. Manche Leute rufen nach dem Rücktritt des Papstes, da sie behaupten, er habe davon gewusst. Tatsache ist, dass der Vatikan Jahrzehnte später informiert wurde (nach 20 Jahren), zu einem Zeitpunkt, als der betreffende Priester dem Tod ins Auge sah. Der Priester hatte um Vergebung gebeten, und so entschied Kardinal Ratzinger, dass es zwecklos sei, den Fall weiter zu verfolgen, da die Veröffentlichung des Missbrauchs für die Betroffenen nur noch schmerzlicher gewesen wäre. Der Priester starb wenige Monate darauf. Mir scheint, jeder mitfühlende Mensch hätte in dieser Situation ähnlich gehandelt wie Kardinal Ratzinger.

Ein weiterer Angriff auf den Papst richtet sich gegen seinen Bruder Georg, der Priester und jahrelang Leiter der Regensburger Domspatzen war. Er hatte in den siebziger Jahren einen Chorknaben geohrfeigt, dies wurde als Missbrauch bezeichnet. Damals war die körperliche Züchtigung die Norm in Schulen und überall in der Gesellschaft und wurde nicht als Missbrauch eingestuft. (Sobald ein Gesetz in Kraft trat, das körperliche Züchtigung untersagte, hielt sich Georg Ratzinger bereitwillig daran und sagte, er habe das neue Gesetz als "eine Erleichterung" empfunden. Außerdem sagte ein früherer Chorknabe aus, sie hätten ihn respektiert und geliebt; er habe Disziplin verlangt, sei jedoch wie ein warmherziger Großvater für die Buben gewesen.) Sollten wir jetzt gegen alle Lehrer und Eltern vorgehen, die Kinder körperlich bestraft haben? Im Nachhinein Werte von heute auf Einzelne in der damaligen Zeit anzuwenden, ist wirklich ungerecht.

Ein weiterer Versuch, den Papst anzugreifen, ist die Behauptung, der damalige Erzbischof Ratzinger habe sich nicht korrekt verhalten hinsichtlich eines Priesters, dem in München ein Fehlverhalten zur Last gelegt wird.

Der besagte Priester kam aus einer anderen deutschen Diözese und wurde von dort versetzt. Mit Zustimmung des Erzbistums München wurde der Priester nach München geschickt, um eine Psychotherapie zu machen. Erzbischof Ratzinger stimmte zu, dass der Priester kommen und in einem Pfarrhaus untergebracht werden sollte. Der damalige Generalvikar beschloss, ohne Erzbischof Ratzinger zu konsultieren oder seine Erlaubnis einzuholen, dass der Priester während seines Aufenthalts in der Pfarrei mitarbeiten solle. Kurz darauf wurde der Erzbischof versetzt, ohne weiter über den Fall informiert worden zu sein.

Keiner dieser Angriffe gegen den Papst ist haltbar, dennoch hört man nicht auf, die Fakten zu verzerren. Überdies ist daran zu erinnern, dass Missbrauch bis vor kurzem ein gesellschaftliches Tabu war, da man meinte, es sei am Besten, dies der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Familien, Opfer, private und staatliche Organisationen wollten nicht, dass der Missbrauch an die Öffentlichkeit gelangte, und kehrten alles unter den Teppich. Wie sollten wir da erwarten, dass diese Einstellung keinen Eingang in die Kirche gefunden hätte, wo die Kirche doch voll ist von Menschen, die aus der Gesellschaft kommen?

Heute werfen viele den ersten Stein, ohne ihre eigenen Fehler sowie die Fehler der Gesellschaft im Allgemeinen zu bedenken, für die sie und ihre Familie, damals und heute, als Teil der Gesellschaft Verantwortung tragen. Es ist wirklich traurig, dass das wundervolle weltweite Wirken der Kirche ignoriert wird! Die größte Wohltätigkeitsorganisation der Welt ist die katholische Kirche, welche die Armen speist, sich um die Kranken kümmert und den Bedürftigen in vielen Ländern hilft. So viele Ordensleute weihen ihr Leben den guten Werken und bringen oftmals Opfer aus Liebe zu den Nächsten. Wie leicht ignoriert die Welt die Priester und Ordensleute, die ermordet, gefoltert oder vergewaltigt werden, während sie den Bedürftigen helfen! Die große Mehrheit der Priester, die gut sind und den Menschen dienen, werden vergessen, während die geringe Anzahl an Priestern, die schuldig wurden, aufgrund ihrer Untaten ins Rampenlicht gestellt werden!

Ein deutscher Professor für forensische Psychiatrie, Professor Hans-Ludwig Kröber, tätig an der Berliner Charite, erstellte eine Statistik über den Kindesmissbrauch. Seit 1995 bis heute wurden 210 000 Fälle von Kindesmissbrauch in Deutschland der Polizei gemeldet. Dies ergibt etwa 14 000 Fälle pro Jahr. Davon stammen 94 Täter innerhalb dieser Zeitspanne von 15 Jahren aus dem kirchlichen Umfeld. Der Professor stellt fest, dass die Wahrscheinlichkeit zölibatär lebender Männer, solche Verbrechen zu begehen, 36 Mal geringer ist als die "normaler" Männer.

Die Kirche wird es überleben, dass viele sich wie die Geier auf sie stürzen und versuchen, ihr die Heiligkeit abzusprechen. Wie schon in der Vergangenheit, wird die Kirche gestärkt aus dieser schwierigen Zeit hervorgehen. Verlieren wir nicht den Mut, sondern bleiben wir standhaft in unserem Glauben. Reagieren wir nicht nur mit vergebender Liebe auf die Angriffe gegen die Kirche, sondern ebenso mit einer Liebe, welche die Wahrheit verkündigt und die Kirche in dieser Zeit der Prüfung verteidigt!

Gottes Segen! Alan Ames


 
weiterführender Link: alanames.org/de/index.htm
 
hochgeladen von:
loveshalom
am: 01.04.2010
um: 17:30:58
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Die Kirche verteidigen
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