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An einem relativ gemütlichem Tag an der Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes, mitten im fröhlichen Gespräch mit den Kollegen, pfeifft plötzlich der Funkmeldeempfänger (Piepser) an dem Gürtel meines Beifahrers und meinem Gürtel. Genauso der Piepser der Besatzung des zweiten Rettungswagens und des Notarztzubringers. Einsatzstichwort: "Schwerer Verkehrsunfall, Personen eingeklemmt".

Runter in die Fahrzeughalle, Fahrzeuge besetzen. Der Notarztzubringer im Notarzteinsatfahrzeug fährt sofort los, Richtung Krankenhaus den Notarzt abzuholen, und mit ihm zum Einsatzort nachzukommen, während wir Rettungsassistenten und Rettungssanitäter bereits vor Ort mit der Arbeit begonnen haben.

Nachdem uns die Rettungsleitstelle den Einsatzort über Funk durchgegeben hat, starten wir mit Blaulicht und Sondersignal Richtung Unfallort.

Am Einsatzort ein Trümmerfeld. Ein VW-Bus hat bei einem Überholvorgang in einer für ihn nicht einsehbaren Kurve den PKW eines Ehepaares frontal gerammt. Während der Unfallverursacher in seinem Bus relativ glimpflich davon gekommen ist, ist das Ehepaar in dem PKW schwer verletzt. Der Ehemann konnte durch uns aus dem PKW gerettet werden, während seine Ehefrau schwer eingeklemmt war und von der Feuerwehr herausgeschnitten werden musste.

Ich erspare mir jetzt alle medizinischen Details. Ich gehe davon aus, dass man sich vorstellen kann wie ein Frontalzusammenstoß mit ca. 100 km/h ausgeht.

Während wir den Ehemann ziemlich zügig, und mit vergleichsweiße guten Überlebenschancen ziemlich schnell mit dem Rettungshubschrauber in das nächste Krankenhaus fliegen konnten, gestaltete sich die Rettung seiner Frau äußerst kompliziert. Durch das Herausschneiden aus dem Unfallwrack, dass durch das Einklemmen der unteren Extremität bisher das Überleben durch die Konzentration des Blutes auf die Körperzentralregion gesichert hat, sackte der Blutdruck ins Bodenlose ab. Trotz aller invasivmedizinischen Maßnahmen verstarb die Frau noch am Unfallort.

Der Ehemann wurde ins künstliche Koma versetzt und seine Genesung war medizinsich gesehen relativ günstig. Als er jedoch aus dem Koma wieder erwachte, und vom Tod seiner Ehefrau erfuhr, verstarb er innerhalb von zwei Tagen.

Ich war als Rettungssanitäter an eben diesem Unfall in erster Linie involviert. Ich war schon seit Kindesbeinen an bekennender und praktizierender Katholik, und selbst dadurch dass ich in meiner rettungsdienstlichen Tätigkeit viel Schlimmes erlebe, dass sich mancher gar nicht vorstellen kann, zweifele ich nie.

Ich WEISS einfach dass Gott gütig ist, dass der Tod definitiv keine Strafe ist und ich vertraue einfach auf ihn. Ich habe schon viel erlebt, und mein Glaube hat mir immer geholfen. Ich gehe sogar soweit, dass sich durch all das erlebte Leid und Schicksal mein Glaube sogar gefestigt hat.

 
Kontakt-Email: GeorgZimmermann@rocketmail.com
 
hochgeladen von:
DieLiga
am: 02.04.2010
um: 01:59:23
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Schwerer Verkehrsunfall
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