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Vergelt's Gott!


Am 21. Januar 1933 rief ich alle Familienältesten zu einer Besprechung in den Gemeindesaal von Medjugorje. Beim Treffen erklärte ich die Bedeutung des heiligen Jubiläumsjahres unseres Erlösers, erzählte über alle katholischen Veranstaltungen in der ganzen Welt, und erwähne einige großartige Denkmäler, die zu Ehren des 1.900 Todestages des Erlösers in katholischen Ländern aufgestellt worden sind. Am Ende forderte ich alle auf, dass auch sie als Beweis ihres Glaubens und ihrer Tapferkeit dem Erlöser ein sichtbares Denkmal setzten, wodurch sie den Nachkommen ihre Einigkeit und Liebe bezeugen sollen. Alle Anwesenden nahmen meinen Vorschlag mit Begeisterung an, und wir beschlossen, dass ein Kreuz am Berg Sipovac (heute Krizevac, Kreuzberg) aufgestellt werden soll, von dem man eine herrliche Aussicht auf alle Teile der Herzegowina hat.

Die Nachricht vom Bau des Kreuzes verbreitete sich sehr schnell in der ganzen Pfarre und alle warteten ungeduldig auf den Beginn der Arbeit.
Der Aufruf vom Altar fand so viel Anklang, dass jeder so viel wie möglich für diese Sache tun wollte. Beiträge strömten nur so zu, und aus den verschiedenen Häusern kamen die notwendigen Arbeitskräfte, sodass diese Arbeit gegen alle Erwartung schnell voranschritt. Sie konnte nur durch die Einheit untereinander in so kurzer Zeit bewältigt werden. Es hat nämlich viel Opfer und Mühe gekostet, da man das ganze Material zum Gipfel des Berges hinauftragen musste. Den Sand aus dem Fluss Neretva; Zement, Kalk, Eisen, Holz und sogar Wasser musste man auf den Schultern oder mit Pferden hinauf transportieren.

Die Leute wunderten sich über den guten Willen und die Opferbereitschaft der Pfarrangehörigen, die sich nicht einmal vom äußerst ungünstigen Wetter, das damals herrschte, von dieser Arbeit abhalten ließen. Mit der Arbeit begann man am 12. Februar 1933 und bereits am 10. März 1933 war das Kreuz fertigstellt.

Am 20. Februar 1933 schrieb ich dem Bischof von Mostar folgenden Brief: „Die Gläubigen der Pfarrei Medjugorje haben ein Betonkreuz auf dem Berg Sipovac erbaut, um ihren Nachkommen einen klaren, sichtbaren Beweis ihres tiefen Glaubens an den Erlöser zu hinterlassen. Ich bitte Sie im Namen aller Gläubigen von Medjugorje um die Erlaubnis, dieses Kreuz zu segnen und beim Kreuz eine heilige Messe lesen zu dürfen.“

Am 24. Februar 1933 erhielt ich auf den Brief folgende Antwort: „Auf Ihre Bitte vom 20. Februar erlauben wir Ihnen, das am Berg Sipovac erbaute Kreuz zu segnen und dort auch eine heilige Messe zu lesen. Wir freuen uns über Eure schöne und ehrenhafte Idee, die Ihr zum Andenken an das Jubiläumsjahr der Leiden Christi verwirklicht habt und dadurch ein sichtbares und dauerhaftes Zeichen gesetzt habt. Das Ordinariat möchte Ihnen und Ihrem gläubigen Volk die verdiente Anerkennung ausdrücken und als Zeichen dafür den Apostolischen Segen schicken. O. Alois, Bischof.“

Am Vorabend der Feier, am 15. März 1933 wurden am ganzen Berg Lichter angezündet und durch Böllerschießen wurde die bevorstehende Feier angekündigt. Damals, am Vorabend der Feier, regnete es stark. Aber der Tag der Feier war zur Freude Volkes klar und still.

Um 9.00 Uhr brach eine große Prozession von der Kirche auf, an der viele Ordensleute, viele Priester, Schulkinder und viele Gläubige teilnahmen. Unter Glockengeläut, Böllerschießen, Rosenkranzgebet, Litaneien und Singen bewegte sich die Prozession in Richtung Berg Sipovac.

Um 10.00 Uhr begann am Berg die feierliche Liturgie, danach wurde das Kreuz feierlich gesegnet. Damals erfolgte auch durch die große Begeisterung des Volkes die Umbenennung des Berges Sipovac zu Krizevac.

Nach der heiligen Messe wurde nach altem Brauch die mitgebrachte Nahrung gesegnet und gegessen. Erst am späten Nachmittag gingen die mit großer Freude und Zufriedenheit erfüllten Menschen auseinander.

Alles zur Ehre Gottes und zur Erlösung der Seelen!

O. Bernandin Smolian

Quellennachweis: Auszug aus der Chronik von Medjugorje
 
 
hochgeladen von:
tannenbaum38
am: 15.09.2010
um: 17:04:50
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Die Geschichte des Kreuzberges
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