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Kurzbiografie der Dienerin Gottes Chiara Badano PDF Drucken E-Mail

Mittwoch, 31. März 2010 – Geschrieben von: Administrator

[Sassello] Sassello, ein kleines Dorf auf den Anhöhen oberhalb der ligurischen Küste, gehört zur Diözese Acqui. Elf Jahre hatten die Eltern Ruggero und Maria Teresa Badano auf die Geburt eines Kindes gewartet. Am 29. Oktober 1971 ging ihr Herzenswunsch endlich in Erfüllung: Chiara erblickte das Licht der Welt.
Für die Eltern war es wie eine Gebetserhörung. Der Vater war in diesem Anliegen sogar zur „Madonna delle Rocche“ gepilgert.
Auf die hl. Klara von Assisi wurde sie getauft. Der Name hätte kaum passender sein können: [badano] „Chiara“ heißt klar, hell. So wirkte sie mit ihren großen Augen, ihrem heiteren, offenen Wesen. Als kluges und willensstarkes, lebhaftes und sportliches Kind wird sie von ihrer Familie und den Bekannten beschrieben.
Der Glaube gehörte wie selbstverständlich zum Familienalltag dazu. Schon früh brachte die Mutter Chiara biblische Geschichten und Episoden aus dem Leben Jesu nahe. Von ihr lernte Chiara zu beten, mit Jesus zu sprechen und auf ihn zu hören.
Chiara war ein munteres Kind. Sie liebte die Natur, tollte gern draußen herum und spielte – wie alle Kinder – gern. Wenn sie merkte, dass es anderen nicht so gut ging, hat sie sich Zeit für sie genommen. Schon als Kindergartenkind hat sie ihre Ersparnisse in eine kleine Schachtel getan: „für ihre Kinder aus Afrika“. Sie träumte davon, später einmal als Ärztin nach Afrika zu gehen, um den Kindern dort zu helfen.
Chiara war ein Mädchen wie alle anderen, doch auffallend war ihre große Liebe. Sie versuchte zu verstehen und zu tun, was Gott von ihr wünschte, und immer mehr entdeckte sie ihn als „guten Vater“.
Wenn man ihre Hefte aus der Grundschulzeit durchblättert, hat man ein fröhliches Mädchen vor sich, das staunend die Welt und das Leben entdeckt.
Am Tag der ersten heiligen Kommunion bekam Chiara ein kleines Neues Testament geschenkt. Für sie war es „ein ganz tolles Buch“, mit einer „wunderbaren frohen Botschaft“. Später hat sie einmal gesagt: „So wie es mir nicht schwer gefallen ist, das Alphabet zu lernen, so sollte es auch mit dem Leben nach dem Evangelium sein.“
Mit neun Jahren schloss sich Chiara den „Gen“ an: den Kindern und Jugendlichen der Fokolar-Bewegung. Durch sie kamen auch die Eltern mit dieser neuen geistlichen Bewegung in Kontakt. Es war ein wichtiger Einschnitt in Chiaras Leben, der Beginn eines „Aufstiegs“, geprägt vom Wunsch, „Gott den ersten Platz zu geben“.
Sie war noch Schülerin und besuchte ein humanistisches Gymnasium, als aus heiterem Himmel stechende Schmerzen in der linken Schulter auftauchten. Nach einer Reihe von Untersuchungen und erfolglosen Therapien wurde ein hochaggressiver Knochenkrebs, ein Sarkom, diagnostiziert. Es war der Beginn einer harten Leidenszeit.
Als Chiara die Diagnose erfuhr, rebellierte sie nicht. Sie suchte die Stille; 25 Minuten war sie ganz versunken. Wir wissen nicht, was in ihr vorgegangen ist. Dann sagte sie leise ihr Ja zum Willen Gottes. Oft wiederholte sie: „Jesus, wenn du es willst, will ich es auch!“
Auch jetzt verlor sie nicht ihr strahlendes Lächeln. Oft hielt sie die Hand ihrer Mutter und ihres Vaters. Sie musste schmerzhafte Therapien über sich ergehen lassen. Viele, die ihr begegneten, hatten den Eindruck, durch sie mitgerissen zu werden zu Gott, der Liebe.
Sie traf für sich die Entscheidung, lieber Schmerzen auszuhalten, als durch Schmerzmittel das klare Bewusstsein zu verlieren. Und sehr bewusst hat sie ihre Situation für die Kirche, für andere Jugendliche, für die Menschen, die nicht glauben können, für ihre Freunde in der Fokolar-Bewegung, für die Mission … Gott dargeboten. Sie sagte: „Jetzt gibt es nichts [Gesundes] mehr in mir, aber ich habe noch ein Herz, mit dem ich immer lieben kann.“
Ihr Krankenzimmer in der Turiner Klinik wie auch ihr Zimmer zu Hause waren ein Ort der Begegnung, des Zeugnisses, der Einheit: Ihr Zimmer war „ihre Kirche“. Auch die Ärzte waren beeindruckt von dem Frieden, der von ihr ausging. Der eine oder andere fand eine neue Beziehung zu Gott. „Wie von einem Magneten angezogen“ hätten sie sich gefühlt, bekundeten sie. Noch heute denkt man in der Klinik an sie, spricht von ihr, vertraut ihr eigene Sorgen und Anliegen an …
Als die Mutter sie fragte, ob sie große Schmerzen habe, antwortete sie: „Jesus reinigt mich wie mit Chlorbleiche, damit auch die schwarzen Flecken verschwinden. Das brennt. Dafür werde ich, wenn ich in den Himmel eintrete, weiß wie Schnee sein.“ Sie war überzeugt: „Gott liebt mich doch, wirklich!“ Nach einer qualvollen Nacht sagte sie: „Ich hatte heftige Schmerzen, aber meine Seele hat gesungen …“
Den Freunden, die kamen, um ihr nahe zu sein, fühlten sich oftmals selber gestärkt und getröstet, wenn sie sich verabschiedeten. Kurz vor ihrem Tod hat Chiara ihnen anvertraut: „Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie jetzt meine Beziehung zu Jesus ist … Ich spüre, dass Gott mich zu mehr ruft, zu etwas Größerem. Vielleicht werde ich jahrelang ans Bett gefesselt sein; ich weiß es nicht. Für mich ist nur wichtig, im gegenwärtigen Augenblick das zu tun, was Gott will. Ich will im göttlichen ,Spiel‘ mitspielen.“ –
„Ich hatte so viele ehrgeizige Pläne. Jetzt scheinen sie mir bedeutungslos und vergänglich … Ich fühle mich als Teil eines wunderschönen Plans, der sich mir nach und nach enthüllt. Wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob ich wieder laufen möchte [durch einen Eingriff war sie gelähmt], würde ich nein sagen; denn so, wie ich jetzt bin, bin ich näher bei Jesus.“
Sie erwartete kein Heilungswunder, auch wenn sie auf einen Zettel „für die Muttergottes“ geschrieben hatte: „Maria, Mutter im Himmel, ich bitte dich um das Wunder meiner Genesung; wenn Gott etwas anderes vorhat, dann bitte ich dich um die Kraft, nie aufzugeben!“ In diesem Vertrauen auf die Gnade Gottes hat sie bis zum letzten Atemzug gelebt.
Schon als junges Mädchen hatte sie sich vorgenommen, „den Freunden Jesus nicht mit vielen Worten, sondern durch das Leben zu bringen“. Dass dies nicht leicht sein würde, wusste sie selbst; mehrfach sagte sie: „Ganz schön hart, gegen den Strom zu schwimmen!“ Was ihr immer wieder geholfen hat, die Schwierigkeiten zu überwinden, war ein schlichtes: „Für dich, Jesus!“
Eine große Kraftquelle für ihr Leben als Christin war für Chiara der tägliche Gottesdienst: Da hörte sie das Wort Gottes, konnte es betrachten. Und in der Kommunion empfing sie Jesus, den sie so sehr liebte. Ein Wort von Chiara Lubich, der Gründerin der Fokolar-Bewegung, kam ihr oft in den Sinn: „Sarò santa, se sono santa subito – Ich werde heilig sein, wenn ich jetzt heilig bin.“
Immer wieder sagte sie ihrer Mutter, die Angst hatte, ihre Tochter zu verlieren: „Vertrau auf Gott, dann hast du alles getan!“ – „Mach dir keine Sorgen, wenn ich nicht mehr da bin. Wenn du Gott folgst, wirst du die Kraft finden weiterzugehen.“
Denen, die sie besuchten, gab sie das Gefühl, dass sie ihr wichtig waren. Ihre Ideale hat sie nicht verschwiegen. Zu „ihrem Bischof“, Livio Maritano, fand sie eine herzliche Beziehung. Die letzten kurzen und intensiven Begegnungen waren von einer ganz besonderen Atmosphäre geprägt: einer tiefen Einheit, die aus der Liebe Gottes erwächst und die uns lebendige Kirche sein lässt.
Die Krankheit schritt voran, die Schmerzen nahmen zu. Chiara sagte ihr Ja und erneuerte ihre Hingabe an Jesus: „Jesus, wenn du es willst, will ich es auch!“
Bewusst ging Chiara auf den Tod zu: „Es ist der Bräutigam, der zu mir kommt.“ Sie wünschte für sich ein weißes Kleid, wie zur Hochzeit. Für „ihre“ Messe suchte sie selbst die Lieder und Gebete aus; der Gottesdienst sollte ein „Fest“ sein. „Niemand soll weinen!“
Als sie ein letztes Mal die Krankenkommunion empfing, war sie tief gesammelt. Sie bat, ihr das „Veni Creator“ vorzubeten: „Komm herab, o Heil’ger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt.“
Mit Chiara Lubich stand Chiara in engem Briefkontakt. Von dieser erhielt sie einen zweiten Vornamen: Luce, Licht. Für viele war Chiara tatsächlich jemand, der Licht ausgestrahlt hat …
Sie hatte keine Angst vor dem Tod. Zur Mutter sagte sie: „Ich bitte Jesus nicht mehr darum, mich zu sich in den Himmel zu holen; denn ich möchte ihm weiter meine Schmerzen schenken, um noch ein wenig mit ihm das Kreuz zu tragen.“
Am Morgen des 7. Oktober 1990 – nach einer sehr schweren Nacht – holte Jesus, „ihr Bräutigam“, sie zu sich. Es war am Fest „Unserer lieben Frau vom Rosenkranz“. Chiaras letzte Worte waren: „Mama, sei glücklich; denn ich bin es.“
Einige Zeit vorher hatte sie bestimmt, dass sie die Hornhaut ihrer Augen als Organspende zur Verfügung stellen wolle.
Das Requiem feierte der Bischof in Anwesenheit von Hunderten Jugendlicher und zahlreicher Priester. Die internationalen Musikbands Gen Rosso und Gen Verde sangen die von Chiara selbst ausgewählten Lieder.
Viele kommen zu Chiaras Grab, um zu beten. Sie hinterlassen Blumen, Spielzeug, Sachspenden für die Kinder in Afrika, Briefe … Die Zahl derer, die zur Feier ihres Jahresgedächtnisses am 7. Oktober kommen, nimmt von Mal zu Mal zu. Sie kommen spontan oder weil sie von irgendjemand eingeladen worden sind. Jahr für Jahr war es ein Moment tiefer Freude, so wie Chiara es gewünscht hatte. Der Eucharistiefeier geht jeweils ein „Festprogramm“ voraus mit Liedern, Erfahrungen, Gebeten …
Der „Ruf ihrer Heiligkeit“ hat sich herumgesprochen. Chiaras Leben hinterlässt bleibende Spuren und bringt vielerlei Frucht: Es führt zu Gott, wenn man sich in aller Einfachheit und Freude der Liebe Gottes überlässt.
Gerade danach scheint sich unsere heutige Gesellschaft zu sehnen, nicht zuletzt viele junge Menschen: den wahren Sinn des Lebens zu finden, die Bedeutung des Schmerzes zu erahnen und aus der Hoffnung leben zu können, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Uns erwartet ein Leben, das kein Ende hat.




Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 01. Oktober 2010 um 18:59 Uhr


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Josef Günter
am: 31.10.2010
um: 21:00:12
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