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Bischof Gerhard Ludwig Müller in Tirschenreuth am 13. 10. 2010

Die Ansagen von Fatima sind nicht einfach eine Schau für die Zukunft hinein, so dass unsere Neugier befriedigt wird nach dem Wissen, Vorhersagen von Einzel-Ereignissen, sondern Maria, die Mutter Jesu, tut uns allen einen Dienst in unserem Glauben, tut einen Dienst für die ganze Kirche, nämlich, die Kirche ist hineingestellt in ein Feld von vielen Konflikten. So wie wir uns gerne es vorstellen würden ist es nicht, dass einfach das Reich Gottes sich so schön friedlich ausdehnt, alle hören das Evangelium und werden erfüllt von der Freude, dass wir erlöst sind, sondern, es gibt von Anfang an einen harten Widerstreit. Wir sehen es am Schicksal Jesu. Jesus hat den Menschen nur Gutes getan, aber sie haben ihn dafür ans Kreuz gebracht und beseitigt, weil er nicht in ihre vorgefertigten Konzepte hineingepasst hat. Und so ist der gekreuzigte Herr auch das Bild für die pilgernde Kirche die pilgert, aber auch streiten muss, weil sie bekämpft wird.

Wir haben es im AT eben gehört: „Feindschaft will ich setzen zwischen dich und die Frau, zwischen ihren Nachkommen und deinen Nachkommen.“ Die Frau, das ist die Kirche, versinnbildet und dargestellt in Maria. Maria, die uns Christus geboren hat, ihr Nachkomme, und wir sind im Glauben die Kinder Marias, wir sind mit Jesus Christus verbunden. Durch Jesus Christus können wir sagen: Gott, Abba, Vater. Und diese Verheißung gegenüber der Feindschaft Jesus Christus, gegenüber Maria, und gegenüber der Kirche, diese Verheißung ist uns in den letzten Monaten überaus deutlich geworden. Wegen einiger pflichtvergessener Priester, die sich unmoralisch verhalten haben, die für sich selber, für ihren Stand und für die ganze Kirche, zu einer Schande geworden sind, hat der böse Feind diese Gelegenheit benutzt um eine großangelegte Verleumdungskampagne gegen die Glaubwürdigkeit der Kirche in Szene zu setzen. Wir wissen alle davon, wir sehen auch, wie sich das zugespitzt hat, gegenüber der Person des Papstes, des Heiligen Vaters. Irgendwelche Dinge kramt man aus alten Akten hervor, und versucht krampfhaft ihm irgendein Fehlverhalten anzudichten. Und wenn das nicht gelingt hat man immerhin den Erfolg bei Leuten die weniger kritisch sind, die einfach gläubig das nachvollziehen was ihnen vorgetrillert wird. Dass diese Leute doch irgendwie ein ungutes Gefühl haben gegenüber den Geistlichen, die sich in keinster Weise etwas zu Schulden kommen lassen, wird so ein Generalverdacht ausgesprochen, den man nicht fassen und nicht greifen kann.

Die Kirche steht auf einmal auf dem Prüfstand, und der Papst selber, die Bischöfe in Einheit mit ihm werden allen möglichen Verdächtigungen ausgesetzt. Wie sollen wir darauf reagieren?
Manche innerhalb der Kirche ergreifen jetzt die Gelegenheit beim Schopf und denken, die Kirche, der Papst, die Bischöfe sind in der Defensive, sie sind in Erklärungsnot und deshalb wollen wir unsere alten Themen jetzt durchsetzen, nämlich, dass Frauen Priester werden können, was deshalb gar nicht möglich ist - nicht weil Frauen weniger bedeuten im Verhältnis zu Gott und der Gnade auch in dem Dienst für die Kirche – sondern, weil der Priester Christus als Bräutigam der Kirche sakramental darstellt und repräsentiert, Christus in seinem Verhältnis zur Kirche als seine Braut. Das ist der tiefe theologische Grund, dass es so ist in der katholischen Kirche, auch in der orthodoxen Kirche, die dasselbe Glaubensverständnis hat wie wir und auch so bleibt. Aber man denkt, jetzt haben wir die Gelegenheit um gegen den Zölibat der Priester vorzugehen.

Auch diese Rechnung wird nicht aufgehen. Man verspricht sich dann irgendwie, dass dadurch der Glaubensverfall zurückgehalten werde, dass man die Säkularisierung bremsen könnte, die Kirchen sich wieder füllen, die Sakramente an großen Zuspruch finden. Wir haben den Vergleich zu den Anglikanern, die alle diese Reizthemen nicht kennen, die viel angepasster sind an den Zeitgeist, aber an den Grundvoraussetzungen ändert sich nicht.

Wo ich kürzlich in Schottland war, in Aberdeen in einer Diözese, die auch historisch mit uns etwas zu tun hat, wo nur 2 % der Bevölkerung katholisch sind, die aber in den absoluten Zahlen an größeren Kirchenbesuch haben, als die 98 andersgläubigen Prozent. Da sieht man schon, wenn man pragmatisch denkt, genauer hinschaut, dass das nicht der Weg ist, der Weg der inneren Erneuerung der Kirche, der Kirchenreform. Kirchenreform heißt nicht, dass die Kirche sich dem Zeitgeist anpasst, medienkomform wird, in den Talkshows dann irgendwelche Klatschorgien einfährt, dass wir nicht anders sind als die Welt, angepasst an die Welt, das ist nicht Erneuerung der Kirche. Wenn ich von Reform der Kirche spreche, dann denke ich an Theresia von Avila, Johannes vom Kreuz, die kleine heilige Theresia, die Mutter Theresa und die vielen anderen, die sich ganz dem Ruf Christi geöffnet haben und ihr ganzes Leben und Sein, Tun und Denken und all ihre Fähigkeiten eingebracht haben in den Aufbau des Reiches Gottes und nicht danach geschaut haben, ob sie ein schön bequemes Leben haben so wie alle anderen auch, ohne jede Herausforderung, ohne das Bewusstsein, dass wir hier keine bleibende Stätte haben, sondern der künftigen Welt entgegen gehen.

Unser Weg kann nur heißen – die Erneuerung in Jesus Christus – und nicht, die Anpassung an eine Welt die mit Christus nichts zu tun hat, die nach ganz anderen Maßstäben lebt, nämlich, einen bloßen Lebensgenuss; lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot, weil keine Perspektive ist über die Grenzen des irdischen Lebens hinaus, weil man nicht an den lebendigen Gott glaubt, und deshalb in seinem innersten Herzen verzweifelt ist und deshalb meint, sich allen Genüssen dieser Welt hingeben zu sollen, und darin aber vergeblich sein Glück, den inneren Frieden des Herzens zu finden.
Unser Weg heißt: die Erneuerung in Jesus Christus, indem wir auf Jesus Christus schauen mit den Augen Marias. Eine lebendige Marienverehrung, das ist der Weg, wie wir nicht von außen an Christus herankommen, sondern in dem wir von innen her mit Jesus Christus verbunden werden. Denn Jesus Christus ist nicht ein Religionsstifter, er ist der lebendige Sohn des ewigen Vaters, der unser Menschsein angenommen hat in der Inkarnation. Er ist allein unser Erlöser, er ist allein unser Retter und er bleibt auch bei uns in der Stunde unseres Sterbens und Christus lässt uns teilhaben an seiner Auferstehung im ewigen Leben das uns verheißen ist. Das ist unser Weg – die Erneuerung in Jesus Christus.

Wenn wir den geschichtlichen Weg der Neuzeit betrachten, dieser beständigen Distanzierung eines Teils unserer Bevölkerung, die ursprünglich aus den christlichen Wurzeln her geprägt war. Dann hat ein Autor der Gegenwart in einem italienischen Buch, das bald auch Deutsch übersetzt wird, festgestellt, dass es vier Revolutionen gab, die zu diesem Stand geführt haben wo wir uns heute befinden, die Trennung vieler Christen von der Kirche im 16. Jahrhundert. Obwohl die Reformatoren noch christozentrisch waren, Christus in den Mittelpunkt gestellt haben, aber sie haben gezweifelt und Zweifel gesät an der Heilsnotwendigkeit der sichtbaren Kirche. Sie haben die Sakramentalität der Kirche in Frage gestellt und gemeint, jeder Einzelne könnte von sich aus den Bezug zu Jesus Christus finden und Kirche sei nur der Ort, wo das Wort verkündet und die beiden Sakramente der Taufe und des Abendmahls gefeiert und gespendet werden. Das ist bis zum heutigen Tag der große Unterschied zwischen dem katholischen und der protestantischen Form des Christentums den wir nicht überspielen können, so sehr wir uns im Glauben verbunden wissen mit den wirklich gläubigen evangelischen Christen und anderer Christen in anderen Konfessionen.

Aber diese Verunklärung der Rolle der Kirche in unserem Gottesverhältnis, das ist etwas was am Ende sich doch zu einem großen Schaden für das ganze Christentum ausgewirkt hat, und wir werden heute den ökumenischen Weg nicht mitgehen, dass die Kirche verunklärt wird, sondern, dass das Geheimnis der Kirche, so wie es das 2. Vatikanische Konzil im Heilsplan Gottes aufleuchtet, Christus ist das Licht der Welt, und dieses Licht Christi strahlt wider auf dem Antlitz der Kirche, die Jesus Christus als eine sichtbare Gemeinschaft gegründet hat, und deren Verfassung er ein für alle Mal grundgelegt ha,t so dass für uns alle Wesentlich ist, das Band , mit dem wir mit der Kirche verbunden sind, das Band des Glaubens, Bekenntnisses, das uns die Kirche vorlegt, das Band der sieben Sakramente, und das Band der hierarchischen Leitung der Kirche in denen, die auf Kraft der apostolischen Nachfolger , wahre Hirten der Kirche und der Lehre sind, nämlich der Bischöfe und des Papstes. Das ist unser Verständnis der Kirche.

Im Gang der Zeit in einer zweiten Revolution sagt der Autor, hat sich so 1717 bei der Gründung der Londoner Loge, als Symbol für eine ganze Bewegung aufgefasst, die Trennung von Christus vollzogen, von dem historischen Christentum von Christus all seiner geschichtlichen Wirklichkeit, wo man gesagt hat, Inkarnation, Menschwerdung, der Kreuzestod Jesu als Erlösung das sind eigentlich nur Metaphern und Chiffren und Symbole, eigentlich für eine Selbsterlösung des Menschen, wo man die Objektivität Jesu Christi in Frage gestellt hat.

Und dann 1717 der Abfall von Gott, was uns die beiden politischen großen Systeme der Menschenverachtung beschert hat: der Sowjetkommunismus und der Nationalsozialismus, der die Leugnung der Wirklichkeit Gottes im Sinne der biblischen Offenbarung bis im jüdischen Glauben, im christlichen Glauben bekannt wird, nämlich der lebendige, der personale Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, der uns nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen hat, und der uns vor sich hinstellt, der uns führt in der Geschichte und der auch uns begegnen wird als unser Richter und Retter, vor dem wir Rechenschaft ablegen müssen für das Gute und das Böse, für alle unsere Taten, dem wir jetzt schon ganz und gar in unserem Gewissen verpflichtet sind, dessen Gebote wir nicht als Menschensatzungen ansehen, sondern als den sicheren Leitfaden für unser sittliches und für unser moralisches Leben, als einzelne Personen, aber auch in der Gemeinschaft der wir angehören, und ohne die wir gar nicht existieren können.

Und die vierte Revolution – in dieser vierten Revolution stehen wir jetzt mitten darin – symbolisiert 60er Jahre, 1968, diese Kulturrevolution, die im innersten Kern nichts anderes bedeutet als die Leugnung des Menschen. Der Mensch ist nichts anderes als ein Produkt, einer mit sich selbst spielenden Evolution, einer Materie die diese Lebensform hervorbringt und eine andere verschlingt.
Da gibt es Filme – wie sieht es aus nach der Menschheit? – alles Phantasieprodukte. Der Mensch wird geleugnet. Der Mensch wird zum Mittel, zum Zweck. Die Anhäufung durch Reichtum auf Kosten anderer Länder und Völker. Das ist so etwas, was die großen Verantwortlichen mit leichter Schulter darüber hinweggehen – Leute entlassen ohne zu fragen, was aus ihnen wird, Hauptsache, die Rendite für einen selber, die ist unangefochten. Leute werden entlassen, diejenigen die verantwortlich dafür sind kassieren ungeheure Summen, mit denen man ganze Serien von Familien ernähren könnte.

Gegen den Menschen vollzieht sich diese Revolution, die Abschaffung des Menschen. Mit welcher Leichtigkeit wird es hingenommen, dass jedes Jahr bei uns allein in Deutschland mindestens 200.000 Menschen im Mutterleib fürchterlich gequält, getötet, und ermordet werden. Wir haben uns schon so daran gewöhnt, dass der Hinweis auf diese Massentötung von Menschen das der Skandal ist, und nicht das Morden selber. Bisher wird die Familie in Frage gestellt durch alle möglichen Gesetzgebungsverfahren, Gerichtsurteile, wo das Interesse des Einzelnen über das Gemeinwohl gestellt wird als ob die Freiheit des Menschen darin bestünde, dass er auf Kosten anderer sich selbst bestimmen und alles andere machen kann was ihm gerade nach seinen Gefühlen, nach seinen Wünschen und Vorstellungen als das ihm bekömmliche erscheint. Die Ehe von Mann und Frau wird in Frage gestellt. Das ist ein grundlegender Angriff auf die Würde des Menschen. Und wo sind die Menschen in der Öffentlichkeit, die vor dem Volk stehen, wie man Vorbild sein sollten, die nach diesen Geboten Gottes leben und somit auch zeigen, wie schön es ist, wenn man im Lichte des Evangeliums, im Lichte des lebendigen Gottes und seiner Liebe sich auch anstrengt und ein moralisches Leben führt und nicht die Eigengelüste zum Maßstab des Verhaltens macht.
Der Mensch steht in Frage und das ist eigentlich der letzte Grund auf den man alles zurückführen kann, warum die katholische Kirche und nur sie in unserer gegenwärtigen Gesellschaft bis aufs Messer bekämpft wird. Weil man keine Argumente hat geht man gegen die Personen vor und verunglimpft die Priester, die getreu dem Evangelium und der Weisung Christi ihren Dienst vollziehen, gegen die Bischöfe, gegen den Heiligen Vater selber, weil man meint man werde die Hirten schlagen und dann wird sich die Herde schon zerstreuen.

Wir wollen mit der Hilfe der Gnade Gottes und auf die Fürbitte Marias diesen Dienst Jesu Christi an den Menschen tun. Wir wollen das Zerstörerische, das Feindselige, beim Namen nennen und uns nicht feige wegducken – ich kenne diesen Menschen nicht – dass uns nicht am Ende gesagt wird: mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn.
Christus hat seine Apostel nicht in die Welt gesandt damit sie sich beliebt machen, dass sie bei Talkshows Applaus bekommen, oder dass sie vielleicht irgendwo unter den Prominenten eingeordnet werden. Diejenigen, die nichts von den Leuten verlangen, die ihnen nach dem Mund reden, die bekommen dann auch ihre Streicheleinheiten. Danach gelüstet uns nicht. Wir sind Christustreu, und was er uns sagt, das wollen wir nach der Aussage Maria seiner Mutter auch tun, wie es bei der Hochzeit zu Kana der Fall war. Unsere Antwort heißt nicht Verflachung und Verweltlichung der Kirche, sondern die innere Anspannung all unserer Glaubenskräfte, unserer Hoffnung und unserer Liebe, die Konzentration auf Jesus Christus, den Sohn Gottes und den einzigen Retter und Erlöser der Menschen
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So wollen wir in unserer Diözese den Weg gehen, nicht so sagen: wenn die Leute ihre Sonntagspflicht nicht erfüllen dann schaffen wir die Sonntagspflicht ab, dieses Gebot der Kirchen, das Gebot Christi aus der Eucharistie zu leben, sondern wir sagen: es ist die Aufgabe, die Pflicht eines jeden Christen, wenn nicht Gründe wie Krankheit etwa entgegenstehen, an jedem Sonntag, dem Tag des Herrn, die Eucharistie mit der ganzen Liebe seines Herzens mitzufeiern. Denn wir leben aus der Eucharistie. Der ganze priesterliche Dienst wird von der Eucharistie her erfüllt. Und die Priester, die nicht jeden Tag andächtig und fromm die Eucharistie feiern, und die sich distanzieren und dispensieren von Brevier Gebet, diese Priester werden einen schlechten Weg gehen, sie werden innerlich zweifeln an ihrer Berufung an Christus, sie gehen falsche Kompromisse ein und sie gehen dann einen Weg, der am Ende für die ganze Kirche zur Schande gereichen wird. Das ist unsere Erneuerung in Jesus Christus, dass wir nicht die Messlatte tiefer hängen, sondern dass wir sagen: der breite Weg führt ins Verderben, aber der enge Weg, die Verbindung mit Jesus Christus den wir nicht von der Hand loslassen, dieser Weg mag steil sein, aber er führt hinauf, hinauf in die lichte Höhe, das Lichte des Evangeliums, die Freude des Herzens, nämlich dass wir in diesem Leben die Kraft empfangen, diesen Weg der Nachfolge Jesu Christi zu gehen, so dass uns am Ende des kurzen und beschwerlichen Lebensweges der oft so leidvoll ist, dass uns das Tor zum himmlischen Reich geöffnet wird. Dass wir nicht im Grab für immer vermodern, verwesen, sondern dass es die Auferstehung des Fleisches gibt, dass das ewige Leben nicht eine Fata Morgana ist – ein Wunschgebilde – sondern dass das ewige Leben die Selbstzusage Gottes an uns ist. Das ewige Leben ist Gott selbst, der ganz in uns ist, wenn wir ganz in ihm sind. Jetzt schon auf diesem Weg aber auch durch den Tod hindurch, hinein in eine Ewigkeit, eine Ewigkeit die niemals vergehen wird.

Unser Weg ist die Erneuerung in Jesus Christus. Hören wir auf das Wort Gottes, feiern wir die Sakramente der Kirche, nehmen wir diesen siebenfältigen Strom der Gnade in den sieben Sakramenten auf, in unser persönliches Leben, in das Gemeinschaftsleben der ganzen Kirche. Dann werden wir pilgernde Kirche sein aber auch streitende Kirche, indem wir nicht verzagen wenn die Kirche bekämpft und beschimpft wird und verleumdet wird, sondern wir hören dieses Wort: „Feindschaft will ich setzen zwischen dich und der Frau“ – so sagt Gott zu der Schlange, diesem Inbegriff des Bösen des lügnerischen, des mörderischen und des menschenfeindlichen, das diabolische, der Teufel, der das Unheil des Menschen und seinen Tod will. Aber Gott will nicht den Tod des Menschen sondern dass er umkehrt und lebt. Und das ist die Botschaft Marias damals, aber auch zu allen Zeiten, nicht irgendeine Vorhersage dieses Einzel und jenes konkreten Ereignisses der Zukunft - was hätten wir davon wenn wir es wüssten - sondern dass wir glauben, dass wir umkehren in unserem Herzen, dass wir beten ganz mit Jesus Christus tief verbunden zu sein in den Geheimnissen seines Leidens und Sterbens, seiner Auferstehung, der Geheimnisse die uns im Geiste Marias im beten des Rosenkranzes innerlich zu eigen werden. Dass wir so diesen Weg gehen, dass wir die persönliche Berufung in uns annehmen, die Arbeit die uns aufgetragen ist gerne vollziehen als Gottesliebe und als Nächstenliebe. Und dass wir die Berufung zum Ordensleben, die Berufung des Priestertums hinein nicht von uns abschütteln wie ein Regentropfen von dem Mantel.

Da sagen alle anderen schon: aber unter den heutigen Bedingungen, wo die Kirche so gesellschaftlich missachtet wird, wo man überall angefeindet und angegiftet wird, da ist das für mich zu viel, da möchte ich doch lieber ein ruhiges bürgerliches Leben, mich wegducken, wenn man den Kopf zu weit raushält, zu viel sagt für Christus für die Kirche, dann wird man niedergemacht.

Wollen wir solche schlafenden Jünger sein, die ängstlich sind, die fliehen vor Christus? Nein, wir wollen wie Johannes mit Maria bei dem Kreuze Christi stehen, bei der verfolgten Kirche von heute – der propagandistischen so sehr angegriffenen Kirche der Gegenwart und wir wollen Mut schöpfen, wir wollen mutig auftreten, wir wollen als Priester Vorbild sein für die Menschen, dass sie sich gleichsam einen Heiligen hervorranken können, dass wir das gute Beispiel annehmen aller Heiligen die wir auch selber sind in der Familie als Vater und Mutter, als Bruder und Schwester, als Freunde, als Menschen, die sich einander begegnen und die in der Kirche als Familie Gottes vereint sind. Und wir wollen uns ganz besonders an unserem Heiligen Vater Papst Benedikt ausrichten, der mit seinen 83 Jahren sich nicht einfach zur Ruhe setzt - hätte es alles schöner, setz mich in einen Ohrenbackensessel, lese ein schönes Buch und schreibe noch ein bisschen und diktiere und dann habe ich es schön, trink noch ein Gläschen Wein dazu - nein, nicht so eine kleinbürgerliche Idylle, sondern, der in diesem hohen Alter diesen wunderbaren Dienst tut, mutig das Evangelium verkündet, weil die Diener Christi gesandt sind, nicht dass sie bedient werden von allen Seiten, sondern, dass sie dienen und wie Jesus Christus ihr Leben hingeben. Und Christus hat sein Leben für uns alle dahin gegeben, damit wir nicht sterben und für uns selber leben, sondern für ihn, der für uns gelebt hat und auferstanden ist und so sagen wir gestärkt von Maria durch ihre Hilfe und durch ihre Fürbitte: unser Weg heißt: die Erneuerung in Jesus Christus. Amen.

 
 
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loveshalom
am: 03.02.2011
um: 16:23:37
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Bischof Gerhard Ludwig Müller - „Katholiken dürfen sich nicht feige wegducken“
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