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"Kleine Zeitung" Leitartikel: "Schockwelle einer Studie" (Von Hubert Patterer)
Utl.: Ausgabe vom 29.05.2011 =

Graz (OTS/Vorausmeldung) - In der Sturm-Flut der vergangenen
Tage ist eine Nachricht untergegangen, die vielen
Frauenpolitikerinnen auf den Magen schlug. Knapp mehr als die Hälfte
der weiblichen Heranwachsenden würde sich als Mutter lieber den
Kindern widmen und daheim bleiben, wenn der Partner genug verdiene.
Das ergab eine Studie im Auftrag des Familienministeriums. 800
Jugendliche im Alter zwischen 14 und 24 Jahren waren befragt worden.

Das Ergebnis löste in feministischen Milieus Verstörung aus. Für sie
ist die Umfrage ein Torpedo auf die jahrzehntelange emanzipatorische
Arbeit. Vor lauter Entsetzen über das Wiedererblühen alter
Rollenbilder griff man selbst zu Schablonen: Wer die Option
Vollzeitmutter anstrebe, müsse "bildungsfernen Schichten" entstammen,
also geistig undicht sein. Von Märchenprinz-Fantasien und
pathologischer Realitätsverweigerung war abschätzig die Rede. Aus ihr
spricht weniger besorgte, aufgeklärte Toleranz als galliger
Erwachsenenfrust darüber, dass junge Menschen nicht so denken, wie
sie zu denken hätten. Sie verweigern sich den Kategorien politischer
Korrektheit und das ist gut so.

Das Bekenntnis weiblicher Teenager, später bei ihren Kindern bleiben
zu wollen, sie heranwachsen zu sehen und das als würdige Tätigkeit zu
empfinden, ist nichts Verwerfliches. Verwerflich ist es, ihnen das
einzureden. Die Haltung, mag sie auch mit der Wirklichkeit noch nicht
verprobt sein, verdient Respekt; auch deshalb, weil sie nicht auf
Mädchen beschränkt ist. Jeder dritte der befragten Burschen könnte
sich ebenfalls vorstellen, anstelle der Karriere daheim den Kindern
Halt zu geben. Das mag Wunschdenken sein, aber das macht nichts.
Früher war es weder Wunsch noch Denken.

Die Studie ist nicht schockierend, sondern im Kern erfreulich. Sie
belegt, dass die Familie für die Jugend ein hohes Gut ist.
Offenkundig gibt es für Jugendliche auch so etwas wie Karriere in der
Familie. Das ist bemerkenswert, zumal die Heranwachsenden selbst
erleben, wie brüchig das emotionale Basislager Familie geworden ist.

Und was die Mädchen betrifft und ihre bösen Sehnsüchte: Vielleicht
haben sie als Kinder die Grenzen der Vereinbarkeit von Job und
Familie erlebt, die Verunmöglichung des Ideals, die Atemlosigkeit
oder den Irrsinn kompensatorischer Wochenenden. Man sollte sie nicht
ideologisch abstrafen, aber ihnen die Unwägbarkeiten alleinigen
Mutterseins zu bedenken geben, etwa: die Armutsfalle im Alter. Der
Staat ist keine Schutzmacht für Mütter. Das sollten Mädchen wissen.
Auch: Dass sie eine gute Ausbildung ihren Plänen nie opfern dürfen.
Nur so können sie tun, was ihnen zusteht: frei entscheiden. ****


Zeitungskommentar: Schwerer Schlag für Feministen: „In der Sturm-Flut der vergangenen Tage ist eine Nachricht untergegangen, die vielen Frauenpolitikerinnen auf den Magen schlug. Knapp mehr als die Hälfte der weiblichen Heranwachsenden würde sich als Mutter lieber den Kindern widmen und daheim bleiben, wenn der Partner genug verdiene.
Das ergab eine Studie im Auftrag des Familienministeriums. 800 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 24 Jahren waren befragt worden. Das Ergebnis löste in feministischen Milieus Verstörung aus. Für sie ist die Umfrage ein Torpedo auf die jahrzehntelange emanzipatorische Arbeit. Vor lauter Entsetzen über das Wiedererblühen alter Rollenbilder griff man selbst zu Schablonen: Wer die Option Vollzeitmutter anstrebe, müsse "bildungsfernen Schichten" entstammen, also geistig undicht sein. Von Märchenprinz-Fantasien und pathologischer Realitätsverweigerung war abschätzig die Rede. Aus ihr spricht weniger besorgte, aufgeklärte Toleranz als galliger Erwachsenenfrust darüber, dass junge Menschen nicht so denken, wie sie zu denken hätten. Sie verweigern sich den Kategorien politischer Korrektheit und das ist gut so.“ Mehr unter:
www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110528_OTS0069/kleine-zeitung-leitartikel-schockwelle-einer-studie-von-hubert-patterer
 
 
hochgeladen von:
tannenbaum38
am: 30.05.2011
um: 16:32:43
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"Kleine Zeitung" Leitartikel: "Schockwelle einer Studie" (Von Hubert Patterer)
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