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Als ich sah, daß mehrere Bischöfe sich bei der Eröffnung einfanden habe ich mich sehr, sehr gefreut. Ich hatte im Vorfeld gebetet: Herr, wenn diesmal wieder kein Bischof kommt dann bin ich diesmal zum Letzten Mal dabei – die Antwort fiel deutlich aus!
Das Zeugnis das Sina bei der Eröffnung ablegte bewegte mich tief – sie schilderte ein persönliches mystisches Erlebnis wie sie nach einer Abtreibung Vergebung durch Jesus erfahren hatte. – Danke Sina das war sehr, sehr schön und mutig von Dir.
Dann begann der Marsch – wir gingen diesmal nicht am Brandenburger Tor vorbei wo sich schon im Vorfeld eine lautstarke Gruppe von Gegendemonstanten postiert hatte.
Ich war sehr dankbar dafür daß es dieses Jahr kaum Störungen gab bei der Eröffnung vor dem Bundeskanzleramt und daß man den Vorträgen somit gut folgen konnte – ein herzlicher Dank an die Polizei! Auch daß uns diesmal nicht mit Trillerpfeifen und Megaphonen die Ohren zerbrüllt wurden oder wir mit giftigem Farblasertoner überschüttet wurden (wie letztes Jahr) nahm ich dankbar zur Kenntnis. Leider sollte das dicke Ende noch kommen.
Durch Sitzblockaden gelang es Gegendemonstranten den Marsch für das Leben etwa 2 Stunden lang zu blockieren. Was ihnen aber nicht gelang war den Marsch dadurch aufzulösen.
Wir standen also zwei Stunden „unter den Linden“ und wurden von allen Seiten mit widerwärtigsten Parolen angeschrien Wie:
Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat -> Anarchisten haben somit bewiesen daß sie auch zu dichterischen Höchstleistungen imstande sind.
Ein anderer oft gehörter Spruch: Hätt Maria abgetrieben wärt ihr uns erspart geblieben.
Solche Parolen werden in der Berichterstattung natürlich vollkommen verschwiegen so könnte ja die breite Öffentlichkeit begreifen um was für einen Kampf es in Wahrheit geht.
Stellen Sie sich vor jemand würde zu ihnen sagen: Hätte Deine Mutter nur abgetrieben dann wärst Du mir erspart geblieben . Das wäre so ziemlich das böseste was ein Mensch mir sagen kann – aber das reicht offenbar noch nicht – nur für den Fall daß es sich beim beschimpften Gegenüber um einen Christen handelt zieht man auch noch das Liebste das der hat durch den Schmutz. Darüber wird natürlich nicht berichtet.
Als da aus dem Marsch für das Leben für zwei Stunden lang ein "Stand für das Leben" wurde da war ich selbst erstaunt was für eine Geduld und Standhaftigkeit alle Teilnehmer an den Tag legten.
Zwei Stunden lang standen wir da und hielten unsere Kreuze und Plakate in die Höhe während wir von beiden Seiten des Zuges aufs übelste und obszönste beschimpft wurden – Nur dem Polizeischutz war es zu danken daß keine Übergriffe erfolgten.
Zwei Stunden lang verharrten Junge und Alte Menschenschützer auf der Strasse ohne sich vom Fleck zu rühren, ohne nach einem Umweg um die Sitzblockade zu suchen und damit den Marsch zu verlassen und aufzulösen. Schließlich stimmte ein Pastor das Te Deum an – das Großer Gott wir loben Dich – und alle stimmten ein und sangen nach Kräften mit und weil das so schön war fingen nun viele verschiedene Gruppen geistliche Lieder zu singen an. Man konnte mitsingen was man auswendig kannte. Es wurde eine wirklich ökumenische und zutiefst verbindende Erfahrung die da wohl der Heilige Geist gewirkt hatte. Der Kontrast hätte nicht mehr größer sein können: Dort das dümmliche und lügenhafte Gebrüll wutverzerrter Gesichter, hier eine fröhlich und freundlich lachende und singende Schar von Glücklichen die auf geheimnisvolle Weise plötzlich Freunde geworden waren – die ihre Kinder auf den Schultern wiegten und lachten. Es war wie wenn Himmel und Hölle aufeinandertrafen.
Die Sitzblockade und der geistliche Lobgesang hatten die ernsten Mienen der schweigend Marschierenden in eine fröhlich lachende Schar verwandelt.
Eine Mutter von 7 Kindern fing plötzlich neben mir an Kuchen an Umstehende zu verteilen und verpasste nur knapp ihr offenbares Ziel der Speisung der Fünftausend. Übriggeblieben ist wohl nichts – dafür schmeckte der Kuchen einfach zu gut!
Wir standen immer noch singend und lachend immer noch am selben Platz – 2 Stunden lang! Keiner verließ den Zug ! Das war das Zeichen über das man hätte berichten können – aber das haben die Leute von der Presse wahrscheinlich gar nicht bemerkt.
Beim stark verspäteten Schlußgottesdienst fing es dann bei der Ansprache von Bischof Renz zu regnen an – plötzlich verstummten alle Gegenstimmen in der Ferne – offenbar sind die Gegendemonstranten auch noch wasserscheu :-) - nicht so die Teilnehmer die in stoischer Ruhe ausharrten und auch dieses kleine Opfer dem Herrn und dem Leben zuliebe auf sich nahmen.
Was mir nicht gefallen hat war, daß während der Ansprache von Bischof Renz der Dom neben dem Lustgarten volles Glockengeläute erschallen ließ – das war ein sehr unschönes Signal – wohl bei Don Camillo abgeschaut aber hier mit negativem Vorzeichen zu sehen. Glücklicherweise haben viele evangelische Christen sehr nachdrücklich bewiesen daß sie diese Meinung nicht teilten.
 
 
hochgeladen von:
Christophorus.
am: 22.09.2015
um: 02:24:08
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Marsch für das Leben - so hab´s ich erlebt
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