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Vergelt's Gott!


„Onkel“ Schorsch war der Cousin meines Vaters.
Eigentlich heißt er „Bruder Georg Keim msc“ (Herz-Jesu-Missionare)
Er war Alleinerbe eines Bauernhofes, erfuhr aber in der Dioramenschau in Altötting Seine Berufung und ging zu den Herz-Jesu-Missionaren. Er wollte immer in die Mission, war aber nicht dazu eingeteilt.
Bei der Stallarbeit hat ihn ein Stier an die Wand gedrückt, er wäre in jungen Jahren fast gestorben.
Er war lange Jahre in der der Erziehung tätig, in den Waisenheimen des Klosters.
Als wir ihn vor 10 Jahren letztmal in Innsbruck besuchten, war er tief betroffen über die Mißbrauchsskandale in kirchlichen Einrichtungen und gab auch sich Mitschuld. Er hatte –wenn auch selten- Watsch`n gegeben, wenn es nicht mehr anders ging.
Später war er Hausmeister im Studentenheim in Innsbruck, und "nebenbei" war er immer Gärtner. er war immer gemocht von den jungen Leuten.
Vor 1 Jahr mußte er aus gesundh. Gründen ins Pflegeheim nach Salzburg, ein Schlaganfall machte das selbständige Leben zunichte.
Vor 10 Jahren erzählte er mal, er war noch in Innsbruck, daß er zur „letzten Verteidigung“ von Hitlers Bude am Obersalzberg gehörte. 16 ½ war er. Der Kommandant gab jedem der Jungen 1 kg Honig mit und sagte: „Schleicht`s Euch nachhause!“
Auf Seinem 200 km langen Fußweg nachhause schaute er 3mal direkt in Gewehrläufe. Von Amerikanern die bereits „vor Ort“ waren. Alle ließen Sie ihn laufen, er hatte schon immer etwas „Unschuldiges“ an sich. Sein Kinderherz hat er sich bis heute erhalten, und eine Seele weiß wie ein Leintuch.
ich kenne keinen Menschen der sein Schicksal so ergeben und klaglos annahm wie er, und ich kenne auch keinen der immer und freiwillig den letzten Platz an der Tafel einnahm.
Er war immer der Geringste in den Klöstern, auch der am meisten körperlich arbeitete.
www.kathtube.com/player.php?id=15753
das Gedicht im folgenden Beitrag hat er mir auf m. Weg mitgegeben „ich bin da“
www.kathtube.com/player.php?id=8882

ICH BIN DA (Abschrift)

In das Dunkel deiner Vergangenheit
und in das Ungewisse deiner Zukunft,
in den Segen deines Helfens
und in das Elend deiner Ohnmacht
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

In das Spiel deiner Gefühle
und in den Ernst deiner Gedanken,
in den Reichtum deines Schweigens
und in die Armut deiner Sprache
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

In die Fülle deiner Aufgaben
und in deine leere Geschäftigkeit,
in die Vielzahl deiner Fähigkeiten
und in die Grenzen deiner Begabung
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

In das Gelingen deiner Gespräche
und in die Langeweile deines Betens,
in die Freude deines Erfolges
und in den Schmerz deines Versagens
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

In die Enge deines Alltages
und in die Weite deiner Träume,
in die Schwäche deines Verstandes
und in die Kräfte deines Herzens
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

(Verfasser unbekannt)


mein zweiter Name „Georg“ sollte eigentlich mein erster sein, und Vater erzählte immer, daß er nicht wollte daß ich –wie er- „Schorschl“ genannt würde, wie man in Bayern sagt, und nicht „Georg“.
Heute war ich da, bei Ihm. Er sprach mich mit „Sie“ an, konnte sich an meinen Vater erinnern (mit dem er in der Jugend zusammen war) und meinte, ich solle ihm doch Grüße ausrichten.
„Die Grüße schicken wir nach oben, lb. Onkel“, sagte ich. Vater starb vor 17 Jahren.
Auf dem Foto sehe ich, daß er mich noch „kennt“. Er spürt mich, und wir beide lieben denselben Mann: Jesus Christus.

Vorschaubild: Matthäus K., z. Zt. Zivildiener im Kloster,
vor 3 Stunden
Musik: "The Park", Uriah Heep
[no copyright infringement is intended]
link: die "Besatzung" des Innsbrucker msc-Klosters 2005
 
weiterführender Link: www.kathtube.com/player.php?id=563
 
hochgeladen von:
kreuz
am: 20.05.2018
um: 18:48:58
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ich war da
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