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Kirchliche Trauungen sollen ab nächstem Jahr auch ohne vorherige standesamtliche Trauung in Deutschland möglich sein. Diese überraschende Meldung ging Ende letzter Woche durch alle Nachrichten. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hatte dies der Bundestag bereits im letzten Jahr beschlossen. Diese Änderung des Personenstandsgesetztes hat zur Folge, das nicht nur eine kirchliche Voraustrauung, sondern auch eine Ehe ohne den Gang zum Standesamt möglich ist. Allerdings bleibt ein Paar, das sich nur kirchlich trauen läßt vor dem Gesetz weiter eine nichteheliche Gemeinschaft, mit allen Konsequenzen im Erbschafts- und Steuerrecht. Seit Einführung der Zivilehe in Deutschland 1875 musste die standesamtliche Hochzeit der kirchlichen vorausgehen. Diese im Kulturkampf Bismarcks gegen die katholische Kirche entstandene Vorschrift hielt sich bis heute. Und das obwohl es schon immer Stimmen gab, die diese Regelung als Verstoß gegen das Grundgesetz sahen. Die katholische Kirche sieht die neue Regelung auf Grund ihrer zivilrechtlichen Folgen jedoch eher kritisch. Der emeritierte Münchner Professor für Kirchenrecht Winfried Aymans kann diese Haltung nicht ganz nachvollziehen. Er sieht in der Neuregelung vor allem eine Chance für die Kirche, das Thema Gleichstellung der kirchlichen und standesamtlichen Ehe wieder ins Gespräch zu bringen. Wie er diese neue Regelung in der Praxis beurteilt und ob dadurch die kirchliche Ehe in der Öffentlichkeit wieder an Wert gewinnt, das hat er Ralf Oppmann verraten.
 
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am: 09.07.2008
um: 10:28:05
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Das neue deutsche Eherecht - Standesamt oder Kirche oder beides?
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