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In der Sowjetunion wurde die Psychiatrie unter anderem systematisch dazu missbraucht, Andersdenkende und politische Dissidenten zu pathologisieren,
auszusondern und ihrer Rechte zu berauben. Andersdenkende, die in der Ideologie des Marxismus-Leninismus oft sowohl als eine Belastung als auch als eine
Bedrohung für das System empfunden wurden, konnten so einfach diskreditiert und festgehalten werden.

In einem Brief vom 15. Juni 1970 hat der Nobelpreisträger Alexander Solchenyzin "die Verbrechen der sklavischen und eidvergessenen Psychiater" angeklagt: "Sieht,
wie wir leben! Ohne Haftbefehl erscheinen vier Polizisten und zwei Ärzte bei einem vollkommen gesunden Mann. Die Ärzte erklären ihn für geisteskrank und der
Polizeihauptmann schreit: 'Wir sind das Zwangsorgan! Komm mit!' Man legt ihm Handschellen an und sperrt ihn in eine Irrenanstalt. Morgen kann dasselbe jedem
von uns passieren.

Am 10. März 1971 übergab das "Internationale Komitee zur Verteidigung der Menschenrechte" der Weltpresse ein Dossier. Verfasst war es von Wladimir Bukowski,
eingesperrt in einer russischen Irrenanstalt. In ihm beschrieb er minutiös, in welch verbrecherischer Weise gewissenlose Psychiater in der Sowjetunion zahlreiche
Wissenschaftler, Künstler und Gläubige an Geist und Seele ermordet wurden.

André Martin, Mitarbeiter des Hilfswerks "Kirche in Not" und Autor des Buches "Die Gläubigen in Russland, veröffentlichte im November 1971 in der Zeitschrift
"Études" einen ergreifenden und mit vielen Dokumenten belegten Artikel über dieses Dossier, der im Dezember 1971 in Mexiko dem Weltkongress der Psychiater
vorgelegt wurde. Nachfolgend der Text ...

Foto: vladimirbukovsky.com

Siehe auch: https://de.rbth.com/geschichte/82664-tod-wladimir-bukowski-dissident-sowjetische-psychiatrie
 
weiterführender Link: de.wikipedia.org/wiki/Politischer_Missbrauch_der_Psychiatrie_in_der_Sowjetunion
 
hochgeladen von:
Fortunatus95
am: 08.03.2021
um: 15:28:31
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Politischer Missbrauch der Psychiatrie in der Sowjetunion (ein Bericht von 1971)
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