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„BEDENKE, MENSCH, DASS DU STAUB BIST UND WIEDER ZUM STAUB ZURÜCKKEHREN WIRST.“

STERBEHILFE

Meine 3 Schwestern und ich pflegten unsere Eltern 5 ½ Jahre lang rund um die Uhr. Sie durften in ihrem eigenen Haus bleiben. Tagsüber wechselten wir uns alle 2 Std. ab und nachts blieb von 21 Uhr bis 9 Uhr Vormittag eine von uns bei ihnen.
Meine Mama hatte mehrere Schlaganfälle, konnte nicht mehr alleine essen, nicht mehr gehen, nichts mehr tun… und sie war blind. Wenn ich sie vom Bett in den Rollstuhl hob, dann musste ich ihr einen Gurt umlegen, damit sie nicht nach vorne fiel. An den Rollstuhl machten wir an die Lehne eine Kopfstütze, da sie ihren Kopf nicht mehr halten konnte. Geistig war sie bis kurz vor ihrem Sterben noch einigermaßen fit.
Mein Papa hatte Alzheimer. Als er noch gehen konnte, passte immer jemand auf wenn er „alleine“ spazieren ging. Er wollte unbedingt Auto fahren… vieles selber tun… es war manchmal eine schwere Zeit, in der ich vom lieben Gott viele Geschenke bekam: Die Gabe der Geduld, der aufopfernden Nächstenliebe - die nicht mehr an sich denken lässt und noch viele andere …
Als mein Papa nicht mehr laufen konnte wurde es einfacher. Lange schon kannte er uns nicht mehr. Nachdem er manchmal fragend meine Augen fixierte und die Liebe darin sah, lächelte er – manchmal streichelte er meine Hand.
So hatten wir 2 Schwerst-Pflegefälle mit waschen, Windel wechseln, füttern …..

Am 23. Juli 1999 (am 22. Krankensalbung) starb meine Mama – von da an aß Papa nichts mehr.
Der Arzt wollte, dass er eine Magensonde bekam. Wir waren alle vier dagegen, nachdem wir uns vorher schon intensiv damit beschäftigt hatten! Mit einem Teelöffel gaben wir ihm die Astronautennahrung…
Am 24. Juli 2001 (auch er bekam am 22. (Maria Magdalena) die Krankensalbung) starb mein Papa – in meinen Armen und seine Töchter waren um ihn. Wir beteten – ich sang ihm seine Lieblingslieder vor: das Salve Regina, kennt ihr das Bild dort am Altar … seine früheren Wanderlieder dazwischen, dann wieder all die religiösen Lieder die er so mochte. Papa war bei der Marianischen Männerkongregation und nach seinem Wunsch, den er mir früher äußerte, steckte ich das Marianische Abzeichen an sein Hemd. Dann weihte ich ihn mit dem Gebet „o meine Gebieterin o meine Mutter“ der Muttergottes und berührte dabei seine Augen, Ohren Mund Herz. Diese ganze Zeit schaute er mir ununterbrochen in die Augen und ich ihm. Als ich das Weihegebet beendet hatte, sagte ich: „lebt er noch oder ist er gestorben?“ Er ging so still, dass man keinen Unterschied merkte. Ich durfte ihn bis zum Tor begleiten – wo ich dann nicht mehr mitgehen durfte. Das Sterben von meinem Papa war wunderschön und ich war so glücklich.
 
 
hochgeladen von:
loveshalom
am: 25.02.2009
um: 12:11:45
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